Aufbau der Bilanz

Der Aufbau der Bilanz

Bevor es mit den Aufgaben losgeht, erkläre ich euch in aller Kürze den Aufbau und den Inhalt einer Bilanz. Wer sofort zu den Aufgaben möchte scrollt einfach nach unten. Zum Lehrtext gibt es außerdem auch ein passendes Erklärvideo weiter unten (grüner Kasten unten).

Eine Bilanz ist eine Übersicht über Vermögen und Kapital eines Unternehmens. Die linke Seite der Bilanz, die sogenannte Aktivseite, weist das Vermögen aus und die rechte Seite, die Passivseite, das Kapital:

Die Aktivseite teilt sich in das Anlagevermögen und das Umlaufvermögen auf, die Passivseite in das Eigenkapital und das Fremdkapital:

Zum Anlagevermögen zählen diejenigen Vermögensgegenstände, die dazu bestimmt sind dauerhaft im Unternehmen zu verbleiben. Dazu zählen z. B. Grundstücke, Gebäude, Maschinen, Fuhrpark und die  Betriebs- und Geschäftsausstattung. 

Zum Umlaufvermögen gehören diejenigen Gegenstände die nicht dazu bestimmt sind dauerhaft im Unternehmen zu verbleiben. Hierzu zählen die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, die Waren, die fertigen und unfertigen Erzeugnisse, die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sowie Bank und Kasse.

Anlagevermögen und Umlaufvermögen ergeben in Summe das Gesamtvermögen. Die Höhe des Gesamtvermögens lässt sich unterhalb der Bilanz in Form der Bilanzsumme ablesen:

Zum Fremdkapital zählen die Schulden des Unternehmens. Dazu gehören die Hypothekenschulden, die Darlehensschulden und die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Eigenkapital und Fremdkapital ergeben in Summe das Gesamtkapital. Folglich kann man das Eigenkapital berechnen, indem man vom Gesamtkapital das Fremdkapital abzieht. 

Das Gesamtvermögen ist immer genauso hoch wie das Gesamtkapital. Es gelten die folgenden Bilanzgleichungen:

Anlagevermögen + Umlaufvermögen = Gesamtvermögen

Eigenkapital + Fremdkapital = Gesamtkapital

Gesamtvermögen = Gesamtkapital

Das folgende Schaubild zeigt eine beispielhafte Bilanz, in der nur noch das Eigenkapital berechnet und die Bilanzsummen eingetragen werden müssen:

Wir bilden nun zunächst die Summe auf der Aktivseite der Bilanz und erhalten so die Bilanzsumme:

Die Bilanzsumme beträgt 2.565.400,00 €. Mit Hilfe der Bilanzgleichungen können wir nun das Eigenkapital berechnen. Es gilt nämlich:

Gesamtkapital = Eigenkapital + Fremdkapital

Wenn wir die Gleichung umstellen, bekommen wir:

Gesamtkapital – Fremdkapital = Eigenkapital

Und da Gesamtkapital gleich Gesamtvermögen gilt können wir nun für das Gesamtkapital 2.565.400,00  einsetzen. Für das Fremdkapital setzen wir die Summe des Fremdkapitals ein (580.000,00 + 340.000,00 + 47.000,00 = 967.000,00).

Es ergibt sich ein Eigenkapital in Höhe von: 2.565.400,00 – 967.000,00 = 1.598.400,00

Wir tragen das Eigenkapital in die Bilanz ein und bilden auch auf der Passivseite die Bilanzsumme:

Die Gliederung der Aktivseite

Wenn man sich die Bilanzpositionen auf der Aktivseite anschaut, stellt man fest, dass sich die Position Grundstücke ganz oben befindet, während z. B. die Position Fuhrpark weiter unten in der Bilanz steht. Das ist kein Zufall! Die Reihenfolge ist nicht beliebig, sondern folgt einem bestimmten Prinzip:

Merke:

Die Positionen der Aktivseite sind nach der Liquidität (Flüssigkeit) zu gliedern. Die Liquidität nimmt von oben nach unten zu. Die Gegenstände des Fuhrparks sind liquider als Grundstücke und stehen somit weiter unten in der Bilanz.

Ein Vermögensposten ist umso liquider (flüssiger), je schneller er sich wieder in Geld umwandeln lässt. Der Verkauf eines Grundstücks dauert im Durchschnitt länger als der Verkauf eines Pkw. Folglich dauert es auch länger, bis aus Grundstücken Geld wird als aus Pkws. Deshalb stehen Grundstücke weiter oben als Fuhrpark. Rohstoffe wiederum sind flüssiger als Fuhrpark, da sich der Umwandlungsprozess von Rohstoffen zu verkaufsfähigen Produkten täglich vollzieht und deshalb Rohstoffe auch täglich entnommen, verarbeitet und über den Umsatzprozess wieder zu flüssigem Geld werden. Da die Anzahl möglicher Bilanzpositionen begrenzt ist, besteht durchaus die Möglichkeit die Reihenfolge der Aktivpositionen einfach auswendig zu lernen.

Die Gliederung der Passivseite

Die Positionen der Passivseite sind nach Fälligkeit gegliedert. Ganz unten stehen die Positionen, die am fälligsten sind und somit als erstes zurückbezahlt werden müssen.

So sind zum Beispiel Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen üblicherweise nach 30 bis 60 Tagen fällig, während Darlehensschulden durchaus erst nach Jahren zurückbezahlt werden müssen. Somit sind Verbindlichkeiten eher fällig und stehen weiter unten in der Bilanz.

Auch die Reihenfolge der Bilanzpositionen der Passivseite lässt sich ohne weiteres auswendig lernen. Genug der Theorie, nun folgen die Aufgaben: 

Erklärvideo zum Text

Ich habe hier mal ein zum oben stehenden Text passendes Erklärvideo erstellt. Der Bilanzaufbau wird hier anhand einer praktischen Aufgabe dargestellt. Schaut es euch unbedingt an, bevor ihr mit den Aufgaben loslegt.

Aufgaben

Aufgabe 1

So..und hier könnt ihr euch schon mal an der ersten Aufgabe ausprobieren. Falls alle Stricke reißen, habt ihr rechts auch das Lösungsvideo.

Aufgabe IKSTK2001

Lösung IKSTK2001

 

Lösungsvideo zur Aufgabe

Aufgabe 2

Eine weitere Aufgabe im gleichen Stil wie Aufgabe 1. Ihr braucht hier ganz viel Übung. Der Bilanzaufbau muss richtig sitzen!

Aufgabe IKSTK2002

Lösung IKSTK2002

 

Lösungsvideo zur Aufgabe

Aufgabe 3

In dieser Aufgabe sind zwei Bilanzpositionen miteinander vertauscht worden und ihr müsst herausfinden welche dies sind. Die Aufgabe ist in kurzer Zeit lösbar und ist sehr effektiv, da ihr schon ein gutes Wissen über den Bilanzaufbau haben müsst!

Aufgabe IKSTK2005

Lösung IKSTK2005

 

Lösungsvideo zur Aufgabe

Lösungsvideo zur Aufgabe

Zusatzaufgaben

Lösungsvideo zur Aufgabe

Lösungsvideo zur Aufgabe

Lösungsvideo zur Aufgabe