Bilanzveränderungen

In diesem Abschnitt geht es um die vier Grundtypen von Bilanzveränderungen: Aktivtausch, Passivtausch, Aktiv-Passiv-Mehrung und Aktiv-Passiv-Minderung. Wer sofort zu den Aufgaben möchte scrollt einfach nach unten.

Der Aktivtausch

Gegeben sei die folgende Bilanz:

Es eignet sich der folgende Geschäftsvorfall:

Kauf einer Maschine für 10.000 €. Es wird sofort per Bankscheck bezahlt. 

Der Geschäftsfall verändert die Bilanz folgendermaßen:

Dieser erste Geschäftsvorfall ist ein Aktivtausch, da die beiden Bilanzpositionen Technische Anlagen und Maschinen und Bank den Betrag 10.000 € „getauscht“ haben. Vorher war Geld auf der Bank, nachher ist das Geld in Form einer Maschine in der Position Technische Anlagen und Maschinen gebunden.

Merke:

Beim Aktivtausch verändert sich die Bilanzsumme nicht. Zwei Positionen der Aktivseite tauschen einen Geldbetrag aus.

Die Aktiv-Passiv-Mehrung

Gegeben sei die folgende Bilanz (veränderte Bilanz nach dem Aktivtausch von oben):

Es ereignet sich der folgende Geschäftsvorfall:

Kauf von Rohstoffen im Wert von 8.000 € auf Ziel.

Die Position Rohstoffe steigt um 8.000 € und die Position Verbindlichkeiten a. LL. steigt ebenfalls um 8.000 €.

Merke: 

Bei der Aktiv-Passiv-Mehrung erhöhen sich die Aktiv- und die Passivseite um den gleichen Geldbetrag.

Die Aktiv-Passiv-Minderung

Gegeben sei die folgende Bilanz (obige Bilanz nach der Aktiv-Passiv-Mehrung):

Es eignet sich der folgende Geschäftsvorfall:

Wir begleichen eine Lieferverbindlichkeit in Höhe von 7000 € per Banküberweisung.

Die Bilanz ist folgendermaßen zu verändern:

Da wir Geld überwiesen haben mindert sich unser Bankguthaben um 7000 €. Gleichzeitig mindern sich auch unsere Verbindlichkeiten um diesen Betrag.

Merke:

Bei der Aktiv-Passiv-Minderung nimmt die Bilanzsumme auf beiden Seiten in gleicher Höhe ab.

Der Passivtausch

Gegeben sei die folgende Bilanz (Bilanz von oben nach der Aktiv-Passiv-Minderung):

Der nächste Geschäftsvorfall wird etwas länger, das hat auch seinen Grund. In Kurzform versteht man nicht auf Anhieb was gemeint ist.

Es eignet sich der folgende Geschäftsvorfall (Achtung es wird laaang):

Eine unserer Verbindlichkeiten in Höhe von 30.000 € ist fällig. Wir könnten sie zwar zurückzahlen, da wir genug Geld auf der Bank haben, aber es wäre uns lieber wenn unser Lieferant damit einverstanden wäre, wenn wir die Verbindlichkeit zu einem späteren Zeitpunkt zurückzahlen könnten, da wir das Geld für dringende Investitionen benötigen. Der Lieferer ist damit einverstanden und wir vereinbaren eine Rückzahlung des Betrages nach drei Jahren.

Dieser Geschäftsvorfall mindert die Verbindlichkeiten um 30.000 € und steigert die Position Darlehen um diesen Betrag. Doch warum ist das so? Das ist so, weil in die Position Verbindlichkeiten kurzfristige Schulden hinein gehören. Durch die gewährte Fristverlängerung auf drei Jahre ist aus dieser kurzfristigen Schuld eine langfristige geworden und gehört daher in die Position Darlehen, wo langfristige Schulden festzuhalten sind. Die veränderte Bilanz sieht folgendermaßen aus:

In einigen Lehrbüchern wird der etwas lang geratene Geschäftsvorfall kurz und knapp folgendermaßen formuliert:

Umwandlung einer Verbindlichkeit gegenüber einem Lieferer in eine Darlehensschuld.

Hättet ihr verstanden worum es geht? Ich nicht!

So, nun kann es endlich losgehen mit den Aufgaben!

Aufgaben

Lösungsvideo zur Aufgabe

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Zusatzaufgaben

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